Archiv des Autors: Dennis_Engel

Tibetisches Neujahrsfest – Shambhala Tag

Von Dennis Engel / 10. Februar, 2020

Heute möchte der Shambhala Köln Blog über den Shambhala Tag (Tibetisches Neujahrsfest) schreiben. Was ist das überhaupt? Um was geht es an diesem Tag? Hier erfahrt Ihr mehr:

Am Shambhala-Tag wird das tibetische Neujahr gefeiert, das jedes Jahr Ende Februar oder Anfang März stattfindet. Der Shambhala-Tag ist eine Gelegenheit für uns, sich wieder mit der Sehnsucht zu verbinden, über die Güte der Welt nachzudenken, Freude, Humor und Zärtlichkeit auszudrücken und sich an der Gemeinschaft mit anderen, die ähnlich inspiriert sind, zu erfreuen. Es ist ein Fest und wird von der Gemeinschaft mit einem gemeinsamen Essen und einem Programm im Zentrum und/oder außerhalb in der Natur gefeiert.

In dem Buch: “Das Buch vom meditativen Leben” formuliert Chögyam Trungpa Rinpoche die Angelegenheit so:
“Es gibt Jahreszeiten in Ihrem Leben, so wie es auch in der Natur Jahreszeiten gibt. Es gibt Zeiten zum Kultivieren und Schaffen, in denen man seine Welt pflegt und neue Ideen und Unternehmungen hervorbringt. Es gibt Zeiten der Blüte und des Überflusses, in denen sich das Leben in voller Blüte, voller Energie und in Expansion befindet. Und es gibt Zeiten der Fruchtbarkeit, wenn die Dinge zu Ende gehen. Sie haben ihren Höhepunkt erreicht und müssen geerntet werden, bevor sie zu verblassen beginnen. Und schließlich gibt es natürlich auch Zeiten, die kalt, schneidend und leer sind, Zeiten, in denen der Frühling des Neuanfangs wie ein ferner Traum erscheint. Diese Rhythmen im Leben sind natürliche Ereignisse. Sie verweben sich ineinander, wie der Tag auf die Nacht folgt, und bringen nicht Botschaften der Hoffnung und Angst, sondern Botschaften darüber, wie die Dinge sind”.

Wer gerne bei diesen Tag dabei sein möchte und in der Kölner Shambhala Gemeinschaft diesen Tag feiern möchte, kann sich gerne hier anmelden:

https://shambhala-koeln.de/calendar-details/?id=396886

Liebe Grüße und Euch allen ein gutes, gesundes und inspirierendes Eisenmaus Jahr,
Euer Blogredakteuer Dennis Engel

Text: Dennis Engel
Bild:  Dennis Engel
Blog Redakteur: Dennis Engel

Dennis Engel ist 46 Jahre alt. Er ist Kundenbetreuer im Mobilfunkbereich und unterrichtet Freiberuflich Qi Gong, Achtsamkeit und Meditation. Seit 2008 ist er Mitglied bei Shambhala und durch Bücher von Pema Chödrön zum Shambhala Buddhismus gekommen. Er ist in der Kölner Shambhala Sangha als Meditationsunterweiser, Nachwuchs-Lehrer aktiv und außerdem Redakteur des Shambhala Köln Blog. Ab Shambhalatag 2020 ist er für die Koordinator/Organisation der Programme/Workshops im Shambhala Zentrum Köln zuständig.

 

Social Meditation

Von Dennis Engel und Katja Hafemeister/ 6. Januar, 2020

Am Wochenende 1. – 3. November 2019 hatte ich endlich die Gelegenheit, Shastri Nick Kranz, persönlich kennenzulernen und an einen Social Meditation Workshop mit Ihm teilzunehmen. 3 Tage lang gab es in Bochum die Möglichkeit, diese wunderbare Praxis “Social Meditation” zu praktizieren und in die Kraft von authentischer Gegenwart einzutauchen.

Katja Hafemeister, Gastgeberin und langjährige Shambhala Buddhismus Praktizierende aus Berlin (jetzt Bochum) schreibt über Ihre Erfahrungen zu diesen Workshop:

Anfang November hatte ich das Glück, in Bochum Gastgeberin zu sein für ein Wochenende „Social Meditation” mit Nick Kranz. Dieses Wochenende hat mich tief bewegt.
Mit viel Geschick, Gespür für Feinheiten und Humor, ließ Nick den Dharma lebendig werden. Dabei beeindruckte mich ganz besonders, wie er uns mit geradezu tänzerischer Leichtigkeit mit auf die Reise nahm durch die weitläufige Landschaft seines profunden Wissens und Erfahrungsreichtums.
Mehrere Vorträge ergänzt durch verschiedene Anleitungen zur Meditation, sowie Übungen zur gemeinsamen Interaktion ließen für mich den Reichtum von „Social Meditation” spürbar werden.
Nicks freundliche, zugewandte Art gepaart mit geradezu kindlicher Neugierde hat mich nachhaltig inspiriert und einen wunderbaren Raum geschaffen für „vulnerability-bravery: Verletzlichkeitsmut oder Mutververletzlichkeit” in Gemeinschaft.
Das Ganze war gleichermaßen zugänglich für Meditationsanfänger wie „alte Hasen”.
Zudem erwies sich das Programm definitiv als mehrgenerationen-fähig und erlaubte wertschätzende Interaktion über alle Altersstufen hinweg: Das Alter der Teilnehmenden lag zwischen 16 und 86 Jahren!
Mit Anno Mühlhoff in der Rolle des Übersetzers, war es mir auch ein ausgesprochenes Vergnügen zu erleben, wie sich in der Suche nach dem gemeinsamen Ausdruck, die freundschaftliche Verbundenheit und gegenseitige Anerkennung zwischen Nick und Anno manifestierte.
Für mich war es ein sehr gelungenes Wochenende, und schon jetzt freue ich mich auf eine nächste Gelegenheit (denn ich habe gehört, dass Nick auch im Jahr 2020 wieder nach Deutschland kommen möchte.)

Eine Möglichkeit diese wundervoller Praxis “Social Meditation” kennenzulernen, gibt es immer beim „Tag der Achtsamkeit“ in unserem Kölner Shambhala Zentrum. (https://shambhala-koeln.de/calendar-details/?id=414732) und auch im Ruhrgebiet (Bochum) über Anno Mühlhoff (https://achtsamleben.org/)

 

Ich wünsche Euch einen guten Start ins Jahr 2020, mit vielen inspirierende Praxisprogramm und der Vertiefung von Achtsamkeits-/Gewahrsein Praxis im Shambhala Zentrum Köln!

Euer Shambhala Köln Blogredakteuer,
Dennis Engel

 

Text: Dennis Engel, Katja Hafemeister
Bild:  Nick Kranz
Blog Redakteur: Dennis Engel

Katja Hafemeister ist 44 Jahre alt, Mutter eines Teenagers und Osteopathin mit eigener Praxis in Bochum.
Auf der Suche nach einem Weg, den Buddhistischen Pfad vollständig zu leben und mit Familie, Beruf und Alltag zusammen zu bringen, hat sie 2012 zu Shambhala gefunden. Unvergesslich ist für sie das Gefühl von „Heimkommen”, das sie verspürte, als sie zum ersten mal in Dechen Chöling war. (Shambhala Landzentrum in Frankreich) 
Ursprünglich ein aktives Mitglied bei Shambhala Berlin, lebt sie nun seit 2019 mit ihrer Familie im Ruhrgebiet. Dort genießt die passionierte Gärtnerin ihren neuen Wirkungsort und engagiert sich in verschiedenen Rollen in Shambhala.

Meditation in Aktion: „Sitzen für das Klima“

Von Arnd und Katja Riester/ 24. September, 2019

Diesmal berichtet der Shambhala Köln Blog über die tolle Aktion die von 2 Mitgliedern aus unserer Gemeinschaft, Arnd und Katja Riester, am 20.9.2019, dem “Tag des globalen Klimastreiks”, organisiert wurde.

Arnd und seine Frau Katja schreiben dazu:

Die Idee zu “Sitzen für das Klima” ist uns in den Sommerferien gekommen.
Wir haben uns bewusst dazu entschieden dieses Mal in den Ferien zu Hause zu bleiben und nicht in den Urlaub zu fahren,
was ja auch dem Klima zugutekommt, so die Idee . Zeit zum Lesen, sprechen und allerlei im Haus zu erledigen, das war unser Plan.
Ein Freund schickte uns genau in dieser Zeit das Manuskript von Professor Jem Bendell – Deep Adaptation (Tiefenanpassung):
Ein Wegweiser, um uns durch die Klimakatastrophe und ihre Folgen zu führen.
Uns haben die Fakten und Schlussfolgerungen des Klimaforschers tief beunruhigt.
Außerdem hörten wir einen Vortrag der extinction rebellions und beschäftigten uns mal intensiver mit Klimawegweisern
wie kleine Gase-große Wirkung. Uns wurde einmal mehr klar, dass der Versuch, den Klimawandel zu stoppen wirklich keinen Aufschub
mehr verträgt und auch wir etwas tun müssen. Uns wurde klar, dass die Sucht nach immer “mehr” die Wurzel des Problems
unserer Klimamisere ist und die einfache Lösung im “weniger” zu finden ist. Einfach nur sitzen und da sein,
ist ein kraftvoller Ausdruck von “weniger”, mit dem wir ein Zeichen setzen wollten. Gesagt getan.
Wir haben eine Versammlung bei der Polizei in Köln für den Globalen Klimastreik am 20.9. angemeldet.
Sitzen für das Klima, auf dem Rudolfplatz mitten in Köln von 9-18 Uhr. Es wurde ein schönes,
friedliches Bekenntnis zum einfach sein, ankommen und miteinander teilen und sich und
der Welt auf dem Rudolfplatz mit Achtsamkeit und Anteilnahme begegnen.
Viele haben ihre Gedanken zu unserem Umgang mit uns und der Natur geteilt und zu Papier gebracht.
Andere sind einfach da gewesen und Einige sehr lang geblieben. Verbundenheit und Respekt,
Vielfalt und Individualität waren durchgehend spürbar. Wir sind uns nochmal bewusst geworden,
wie wertvoll Meditation und Gewahrsein sind und wie alles seinen Platz findet und überall Kommunikation stattfindet,
die viel weniger ichbezogen ist als wir sie im Alltag führen. Auch die laute bunte und kraftvolle FridaysforFuture-Demo
ist an uns hörbar und fühlbar vorbei gezogen und in diesen 2 frühen Nachmittagsstunden waren alle Sitzkissen
besetzt und viele Demonstranten haben eine stille Besinnungszeit bei uns eingelegt.
Jetzt sind wir tatsächlich so inspiriert von der Aktion, dass wir überlegen,
ob wir nicht weiterhin unseren Beitrag zur Fridaysforfuture Bewegung leisten wollen und können. Fortsetzung folgt…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: Arnd und Katja Riester
Bild:  Marc Matthies, Marilyn Jansen
Blog Redakteur: Dennis Engel

Inspiration für den Alltag: “Die Grundlage von Allem“

Von Dennis Engel / 31. August, 2019

Mit “Inspiration für den Alltag” startet der Shambhala Köln Blog heute wieder aus seiner langen Pause. In regelmäßigen Abständen gibt es hier wieder kurze Textpassagen mit Fragen zum Kontemplieren, um so tieferen Kontakt zur Bedeutung der Texte zu erhalten und Inspiration auf unserem Shambhala buddhistischen Pfad zu bekommen.

Heute geht es um das zentrale Thema in der Shambhala buddhistischen Tradition: „Grundlegende Gutheit“. Alles startet und endet damit, wenn man sich auf den Pfad des inneren Krieger begibt. Doch was ist das „grundlegende Gutheit”?

Hier eine Textpassage dazu, aus dem Buch „Das Buch vom meditativen Leben“ von Chögyam Trungpa Rinpoche:

Ein großer Teil des Chaos in der Welt rührt daher, daß die Menschen keine Wertschätzung für sich selbst besitzen. Wer gegenüber sich selbst keine Sympathie und geduldige Nachsicht aufbringt, kann keine Harmonie und keinen Frieden in sich erfahren, und so projiziert er seine eigene Disharmonie und Verwirrung auch auf andere…Wer aufhört, sich selbst zu verdammen und zu bestrafen, wer sich entspannt und Geist und Körper schätzen lernt, der wird mit dem grundlegenden Gutsein in sich selbst in Berührung kommen. Es ist also ungeheuer wichtig, sich für sich selbst zu öffnen. Betrachte dich selbst mit zartfühlender Nachsicht, und du wirst nicht nur deine Probleme, sondern auch dein Potential richtig sehen können. Es wird dann nicht mehr nötig sein, deine Probleme geflissentlich zu übersehen oder dein Potential aufzubauschen. Auf diese Art von Sanftheit und rechter Würdigung im Umgang mit dir selbst kommt es ganz besonders an. Sie ist die Grundlage dafür, sich selbst und anderen helfen zu können.

aus: „Das Buch vom meditativen Leben“ – Shambhala und der Pfad des inneren Kriegers, Chögyam Trungpa Rinpoche

 

Fragen zum Kontemplieren:

  1. Wie fühlt es sich an, wenn Körper und Geist nicht entspannt sind?
  2. Was kann ich tun, um wertschätzend mit mir und auch anderen umzugehen?
  3. Wie fühlt es sich an, wenn ich mit mir und der Welt, sanft und freundlich in Kontakt bin?

 

Freundliche Grüße und viel Zuversicht & Stärke , Euer Redakteuer vom Shambhala Blog Köln Dennis Engel

 

Text: Chögyam Trungpa Rinpoche / Dennis Engel
Bild:  Dennis Engel
Blog Redakteur: Dennis Engel

Dennis Engel ist 46 Jahre alt. Er ist Kundenbetreuer im Mobilfunkbereich und unterrichtet Freiberuflich Qi Gong, Achtsamkeit und Meditation. Seit 2008 ist er Mitglied bei Shambhala und durch Bücher von Pema Chödrön zum Shambhala Buddhismus gekommen. Er ist in der Kölner Shambhala Sangha als Meditationsunterweiser, Nachwuchs-Lehrer aktiv und außerdem Redakteur des Shambhala Köln Blog. Seit 2017 ist er als Koordinator für die Shambhala Zentren/Gruppen in Deutschland und Deutschschweiz tätig.

Auf der Suche der Weisheits-Kraft von Gesellschaft – Teil 3

Von Sabine Rolf / 7. Juni, 2018

Heute gibt es den 3. Teil aus der Shambhala Köln Blogserie “Auf der Suche der Weisheitskraft von Gesellschaft” von Sabine Rolf. Acharya Sabine Rolf untersucht in dieser Reihe, wo uns die Kräfte des Zusammenlebens formen und wie wir durch eigene Wachheit dazu beitragen können, in unserer direkten Umgebung Weisheit und Mitgefühl in uns selbst und im Umgang mit anderen zu erwecken. Die Shambhala-Tradition der Sichtweise von Grundlegender Gutheit besagt, dass uns als Menschen auf fundamentale Weise Weisheit und Freundlichkeit innewohnt. Diese Sicht lädt uns ein, uns und unser Leben wach und erfüllt zu erleben. Zentrale Bedeutung kommt dabei der Meditation zu, als Übung, in der wir direkt und praktisch Kontakt machen können zur eigenen Erfahrung dieser Gutheit. Als Shambhalianer verstehen wir uns ausdrücklich als Teil von Gesellschaft; wir versuchen nicht, unsere alltägliche weltliche Erfahrung von unserem spirituellen Pfad zu trennen.

Im 3. Teil geht es heute um das Thema “Freizeit und Kultur/Kunst” und Acharya Sabine Rolf schreibt dazu:

“Freizeit und Kultur/Kunst”

Die Kunst, Mensch zu sein, wird als Weisheits-Energie von allen Traditionen durch alle Zeiten transportiert; der Wille zu gestalten zeigt sich in den Zeugnissen aller Kulturen. Kulturleistungen sind alle formenden Fähigkeiten und Gewohnheiten, der Mensch sich als Glied der Gesellschaft angeeignet hat: Kochtöpfe, Häuser- und Gartenanlagen, Tanz, Arbeit, Urlaub, Schule, Theater, Gefängnisse, Bibliotheken, Krankenhäuser, Schulen, Museen, Restaurants, usw..  Kultur durchströmt die Gesellschaft als unerschöpfliche Kreativität und spontane Ausdrucksfreude. Die Rituale und Zeremonien, die wir in unserer Freizeit entwickeln, künden von den Werten in unserem Leben: welche Nahrung wir essen, womit wir unsere ‚freie’ Zeit verbringen, welche Entscheidungen wir wieder und wieder treffen, bewusst oder unbewusst. Die Werte enthüllen unsere Sicht über uns selbst und die Gesellschaft: sie erzählen, ob wir uns als Teilhaber menschlicher Weisheit und Kunst oder als Erbe von Sünde und Unvollkommenheit verstehen.

„Achtsamkeit ist die Fähigkeit, unser Leben von Moment zu Moment zu würdigen.“ (Sakyong Mipham Rinpoche)

Wie wir im Miteinander, als Gesellschaft gute Situationen schaffen oder auf schwierige Situationen reagieren, wird maßgeblich bestimmt vom Grad der Offenheit und Wertschätzung, die wir uns selbst und unserer Umgebung entgegenbringen. Für die Meisten von uns existieren die Räume für Offenheit und Reflexion in der ‚freien’, nicht fremdbestimmten Zeit, jenseits von Hektik und Effizienz der Arbeitswelt. Der verwirrte Zugang zu dieser Freizeit-Welt empfindet offenen Raum als Zeit, die es gilt ‚totzuschlagen’. In der befürchteten Langeweile könnten Gefühle wie Angst, Sorgen und Zweifel auftauchen. Um das zu verhindern, lenken wir uns lieber ab, irgendwie. Wir lassen uns ‚unterhalten’, um einen undefinierten Hunger nach Nähe zu stillen und scheinbar direkter Empfänger zu sein, etwa vom Glanz und Glamour der Medienwelt. Wir shoppen, trinken, essen, was das Zeug hält, um innere und äussere Räume zu füllen, deren Tiefe auszuloten wir zurückschrecken. Wer sind wir, wenn wir nichts zu tun haben? Ausserhalb der Arbeitszeit, keine Telefonate und keine Wäsche zu waschen?  Woran erfreuen wir uns? Was entspannt oder erfrischt uns? Wie kreieren wir den Ausgleich von Fremdbestimmung und Selbstbestimmung? Schauen wir uns doch einmal um in unserem Leben: wie fühlt sich Kreativität an? Wo erfahre ich die Freude des Gestaltens, des absichtslosen Selbstausdrucks oder der kreativen Ausschöpfung meiner eigenen Quellen? Wie ‚erschaffe’ ich meine Umwelt? Die Kunst, Mensch zu sein, versteht, dass unsere Empfindungen nicht ‚perfekt’ oder ‚folgerichtig’ sein müssen, sie erlaubt und ermächtigt den Ausdruck der feinen Wahrnehmung des Widersprüchlichen, Unfertigen, Brüchigen, Zarten, und erlaubt dadurch die direkte Übermittlung und Verbundenheit zwischen den Menschen. Sie schöpft ihre Energie und Kraft aus dem offenen Raum, den Momenten jenseits von Kontrolle, in die wir einfach hineinspringen können, ohne vorher das Ergebnis zu kennen. Beispiele dafür sind ein leeres Blatt, vor dem wir sitzen, und der Moment, bevor unser Stift oder Pinsel es berühren – oder der Augenblick im Angesicht einer Frage, auf die wir nicht vorbereitet sind – der Moment in der Tanz mit einem nicht gekannten Partner beginnt …

 

Text: Sabine Rolf

Bild: Hiltrud Enders (Miksang Lehrerin)

Blog Redakteur: Dennis Engel

 

Über Sabine Rolf

Sabine Rolf ist 56 Jahre alt. Sie ist Germanistin und Philosophien und arbeitete in Leitungsteams von Bildungsträgern im Umweltbereich- und der Erwachsenenbildung. Sie ist Acharya in der Shambhala-Linie und lehrt europaweit zu Themen des Buddhismus, Shambhala und der Kontemplativen Psychologie, sowie Seminare zur achtsamen Kommunikation. Seit 1990 ist sie Shambhala Buddhistin. Als Kind liebte sie schon Geschichten von Jesus Christus und anderen Heiligen. Dann als Erwachsene weiter auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, blieben ihre Fragen zunächst jedoch im Philosophie- und Literaturstudium unbeantwortet. Als sie dann im Januar 1990 zufällig ein Shambhala 1 Wochenende in Hamburg besuchte, wusste sie, hier ist das was sie suchte. Nachdem sie viele Jahre in Köln wohnte, lebt sie nun in Ostwestfalen. Sie besucht das Kölner Shambhala Zentrum immer noch gerne und regelmäßig, um dort Seminare und die Lehrerjahresgruppe zu unterrichten.

 

Inspiration für den Alltag

Von Dennis Engel / 26. März, 2018

Mit “Inspiration für den Alltag” startet im Shambhala Köln Blog heute eine weitere Rubrik. In regelmäßigen Abständen gibt es hier kurze Textpassagen von Sakyong Mipham Rinpoche, Chögyam Trungpa Rinpoche oder Pema Chödrön mit Fragen zum kontemplieren, um so tieferen Kontakt zur Bedeutung der Texte und interessante Anregungen für den Alltag zu bekommen.

 

Die Zuversicht der Gelassenheit

„Gelassenheit bedeutet Vertrauen, das frei ist von Anhaften. Sie braucht Übung, besonders wenn wir noch von den Hochs und Tiefs des Samsara zum Narren gehalten werden. Die beste Art, gelassen zu werden, besteht darin, uns die fließende Natur unserer selbst und der Welt ins Gedächtnis zu rufen, die traumgleiche Qualität der Erscheinungen. Alles ist in ständigem Wandel begriffen. Unsere Sehnsucht nach unserem Freund kann von einer Minute auf die andere von Liebe zu Zorn werden. Das, von dem wir glauben, es würde uns glücklich machen, ändert sich von Augenblick zu Augenblick. Das Morgen ist nur eine Vorstellung, die sich heute in unserem Geist abspielt, zusammen mit den Vorstellungen von dem, was gestern geschehen ist.“

Aus dem Buch: „Der Alltag erleuchten“ von Sakyong Mipham Rinpoche

 

Fragen zum kontemplieren:

Wie gelingt es mir gelassen zu bleiben? Kann ich wahrnehmen, dass sich ständig alles ändert, von Augenblick zu Augenblick? Kann ich spüren, dass alles nicht so fest und stabil ist? Kann ich wahrnehmen, wie meine Gedanken sich ständig mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigen?

Viel Freude beim kontemplieren und noch eine schöne Woche,
Euer Redakteuer vom Shambhala Köln Blog Dennis

 

Text: Sakyong Mipham Rinpoche; Dennis Engel
Bild:  Dennis Engel
Blog Redakteur: Dennis Engel

 

Dennis Engel ist 44 Jahre alt. Er ist Kundenbetreuer im Mobilfunkbereich und unterrichtet freiberuflich Meditation, Qi Gong und Achtsamkeit. Seit 2008 ist er Mitglied bei Shambhala und durch Bücher von Pema Chödrön zum Shambhala Buddhismus gekommen. Er ist in der Kölner Shambhala Sangha als Meditationsunterweiser und Koordinator von Programmen aktiv und außerdem Teilnehmer der Lehrertraining Jahresgruppe, Redakteur des Shambhala Köln Blog und Regionalkoordinator für Shambhala Deutschland und Schweiz.