Mamo Rezitationen zur Dön Zeit

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Datum:
Montag, 5. Februar 2018 (18:00 -19:00)
Koordinatorin : Gerlinde Pilgrimm
Kontaktperson : Gerlinde Pilgrimm
Voll : €auf Spendenbasis
Täglich von 5.2. bis 14.2. - Teilnahme an nur einzelnen Tagen ist unbedingt möglich

Wir freuen uns besonders, dass Acharya David Schneider am ersten Dön-Tag, um 18:00 Uhr unsere gemeinsame Praxis eröffnen und eine kleine Einleitung zur Sichtweise dieser besonderen Zeit geben wird!

Diese Praxis ist offen für alle!

Die letzten zehn Tage eines jeden Jahres werden in der tibetischen Kosmologie „Dön-Tage“ genannt.

Döns sind so etwas wie "verkörperte Negativität“. Sie finden sich in Objekten, Gedanken, Häusern, im Körper, in den Elementen - also überall. Sie "verunreinigen" sozusagen unsere Welt und "attackieren" uns - in Form von Hindernissen, die uns auf allen Ebenen unseres Leben begegnen. Gegenmittel, um Döns zu entkräften, sind vor allem Achtsamkeit und Wertschätzung für unsere Erfahrungen.

Man sagt, dass, wenn man Zeitrhythmen als zyklisch betrachtet, sich diese Hindernisse besonders am Ende eines Jahres, oder auch eines Tages häufen. Sie können sowohl unsichtbarer als auch sichtbarer Natur sein, also sehr subtil auftreten, oder auch in Form von größeren und kleineren Missgeschicken und Unfällen. Angst vor Döns wiederum wäre selber ein Dön. Sie entzweit unseren Geist, wodurch wir Zweifel einladen und unsere Lungta, Lebenskraft, untergraben - und somit wäre ein Dön geboren.

In diesen Tagen sind also Aufmerksamkeit und Sorgfalt in allem, was wir tun, besonders wichtig. Es wird empfohlen, sich ganz bewusst auf Praxis einzulassen, mit der Betonung auf klärenden und reinigenden Aspekten: das sind insbesondere die sogenannten Mamo-Rezitationen, alle Beschützer-Rezitationen, das kann das Vajrasattva Mantra sein, die Auffrischung unserer Gelübde und die Belebung/Kontemplation unserer Motivation und Sichtweise als Praktizierende ganz allgemein.

Wir können diese Zeit auch nutzen, um bewusst über unsere Lebenssituation nachzudenken und uns anzuschauen, wie wir ganz persönlich den Dharma verkörpern. Wir betrachten z.B. wie wir mit anderen kommunizieren, uns engagieren, was wir weiter kultivieren möchten, was wir zurücklassen möchten, wie wir uns um unsere Umwelt kümmern.

Auch in alltäglichen Bereichen können wir in dieser Zeit möglichst viel Achtsamkeit walten lassen: ob wir unser Haus putzen, in dem Verständnis, dass wir damit unser physisches Mandala zum Strahlen bringen, ob wir geliehene Dinge zurückgeben, Schulden bezahlen, Fehden beenden, verpasste Situationen aufgreifen, den drei Juwelen Geschenke darbringen - der Umsetzung unserer Wünsche sind keine Grenzen gesetzt. Wir beobachten, wie wir mit Hindernissen umgehen und können durch unsere Praxis ein tiefes Gefühl von "Sitz" entwickeln - das wappnet uns gegen die Döns und macht uns letztlich unangreifbar. Man sagt, Döns existieren nur in dem Sinne, in dem wir auch existieren - verstehen wir die zentrale buddhistische Lehre von der Leerheit aller Dharmas, dann verstehen wir, dass Döns, genau wie wir, letztendlich in dem Sinne, in dem wir glauben, so nicht existieren - sie sind also letztlich unsere Freunde - und ohne sie kein Pfad!

....und wer Lust hat sich in die Thematik zu vertiefen, kann in der Shambhala Times stöbern... hier einige Artikel der vergangenen Jahre
https://shambhalatimes.org/tag/mamo-chants/
https://shambhalatimes.org/tag/protector-principle/
https://shambhalatimes.org/2012/02/13/appeasing-the-mamos/

Gefolgt wird dieser Tag von dem "neutralen" (Putz-) Tag am 15. 2., an dem wir alle eingeladen sind, unser Zentrum zusammen auf Hochglanz zu bringen ... um dann am Shambhala Tag, dem 16.1.2018, das neue Neujahr zu feiern.