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Inspiration für den Alltag

Von Dennis Engel / 13. September, 2016

 

Heute gibt es wieder in der Rubrik “Inspiration für den Alltag” eine kurze Textpassage von Sakyong Mipham Rinpoche mit Fragen zum Kontemplieren. Einfach mal nachspüren und schauen was es im Alltag mit uns macht.

 

Die Dinge einfach halten

Es ist wichtig, nicht zu viel über Probleme nachzudenken. Analysieren wir die Probleme der Welt allzu eifrig, dann werden wir deprimiert und verlieren den Mut, weil wir nicht mehr in Kontakt mit Windpferd sind, der Fähigkeit, durch tugendhaftes Handeln erfolgreich zu sein. Mein Vater sagte mir: „Als ein Krieger solltest du dein Leben in Ordnung halten. Sei präsent und genau bei dem, was du tust. Ganz einfach.“ Mit diesem Ansatz kann Einfach Kompliziert verstehen, denn er weiß, dass es die Antwort bereits in sich enthält, aber Kompliziert kann Einfach nicht verstehen, weil es nicht weiß, dass diese existiert. Einfachheit weist darauf hin, dass ein bestimmtes Gefühl in unserer Tiefe anklingt: Wir sind hungrig und wir möchten essen; wir sind müde und wir möchten ausruhen; wir sind schmutzig und wir möchten ein Duschbad nehmen; wir sind einsam und wir wünschen uns eine Beziehung. An der Wurzel dieser Grundelemente des Lebens liegt eine noch größere Einfachheit: Wir wünschen uns Erfolg und Glück und wir möchten frei sein von Angst und Schmerz. Diese einfachen Ziele zu erreichen, kann jedoch recht kompliziert werden. Als mein Vater sagte, „Halte die Dinge einfach“ , hielt er mich nicht dazu an, die Komplikation der Welt zu ignorieren. Ich sollte vielmehr stark sein und die Prinzipien demonstrieren, die ich studiert und kontempliert hatte. Einfachheit wurde zum Ausdruck meiner Überzeugung – des Gefühls, in meinen geistigen Fähigkeiten völlig einzigartig zu sein. Es ist wie beim Abschießen eines Pfeils: Man konzentriert sich, man zielt, und alles Zögern darum herum fällt ab. In den Shambhala-Lehren steht der Pfeil für die Intelligenz eines vollkommen zuversichtlichen Kriegers. Die meisten Herausforderungen des Lebens kann man mit einem Geist bestehen, der einfach ist und auf sein Prinzip vertraut. So kann zum Beispiel eine Beziehung sehr oft Fortschritte machen, wenn man im Geist aufrichtiger Freundlichkeit und Großzügigkeit an sie herangeht. Einfachheit ist deshalb ein Hinweis auf die Stärke und Gesundheit des Geistes.

Aus: „Das Shambhala Prinzip“ von Sakyong Mipham Rinpoche  (erschienen im „Windpferd“ Verlag)

 

 

Nimm dir einen Moment Zeit und kontempliere folgende Fragen:

 

Wie kann ich es schaffen ein einfaches und vernünftiges Leben zu führen ?

Könnte mir eine freundliche und großzügige Geisteshaltung dabei helfen ?

Welche Rolle spielt dabei die täglich Meditation ?

 

Viel Freude beim Kontemplieren und einen schönen Dienstag,

Euer Shambhala Köln Blog

 

Text: Sakyong Mipham Rinpoche / Dennis Engel

Bild: Dennis Engel

Blog Redakteur: Dennis Engel

Über Dennis Engel

Dennis EngelDennis Engel ist 43 Jahre alt. Er ist Kundenbetreuer im Mobilfunkbereich und unterrichtet freiberuflich Meditation und Qi Gong. Seit 2008 ist er Mitglied bei Shambhala und durch Bücher von Pema Chödrön zum Shambhala Buddhismus gekommen. Er ist in der Kölner Shambhala Sangha als Meditationsunterweiser und Koordinator aktiv und Redakteur des Shambhala Köln Blog.

 

 

Shambhala und Gesellschaft

 

Von Anne von der Eltz / 6. September, 2016

 

 

Heute gibt es einen weiteren Beitrag aus der Serie “Shambhala und Gesellschaft”. In dieser Serie werden in regelmäßigen Abständen Mitglieder aus der Shambhala Köln Sangha, ihre ganz persönlichen Gedanken veröffentlichen, wie sie den Shambhala Buddhismus mit der heutigen Gesellschaft und ihrem Alltag verbinden.

Heute schreibt Anne von der Eltz dazu:

“Die Shambhala-Lehren besagen, dass es eine menschliche Weisheit gibt, mit der die Probleme der Welt überwunden werden können.” Dieser Satz von Chögyam Trungpa Rinpoche ist von seiner Dimension her etwa so wie der Satz: “Es gibt genug Nahrungsmittel auf der Welt, um die ganze Weltbevölkerung damit zu ernähren. ” Er stimmt, aber der Weg dahin ist nicht leicht. Wie beginnen wir also unser Engagement für die Gesellschaft? Denn das Ziel im Shambhala-Buddhismus ist die Schaffung einer erleuchteten Gesellschaft. Wir beginnen damit, unsere persönlichen Annahmen über die Welt zu hinterfragen und das Räderwerk unserer Gedanken, Gefühle und Taten zu verstehen. Dazu dient uns die Achtsamkeits-Meditation. Wir entdecken, dass wir jenseits dieses Getriebes der unbedingten, grundlegenden Gutheit unserer menschlichen Existenz vertrauen können.  In dem inneren Raum, der dadurch entsteht, dass wir uns in dieses Vertrauen mehr entspannen, erkennen wir, dass viele Probleme dieser Welt aus dem von Ängsten geschürten krampfhaften Festhalten an “unserer” Idee, “meiner” Art und Weise, an “meiner” Identität herrühren.

Vertrauen in unsere Menschlichkeit lässt uns die Menschlichkeit von anderen sehen und gibt uns die geistige Flexibilität, in Situationen die Herausforderung sowie die Chance zu sehen, das Problem und die Lösung, die Krankheit und die Gesundheit, den Schmerz und die Freude. Dann können wir uns mit gegenseitigem Respekt verständigen, unsere Gedanken und Ideen austauschen und unsere Welt und unsere Beziehungen zum Wohle aller gestalten. Die Fähigkeit dazu haben alle Menschen, unabhängig von ihrer Kultur oder Religion. Shambhala möchte alle beherbergen, die ihre grundlegende Gutheit nähren und erblühen lassen möchten und die eintreten wollen in einen Dialog über Gesellschaft und die Pflege unserer guten Erde. Daraus kann weise Aktivität erwachsen. “Shambhala bedeutet auch, dass wir nichts und niemanden jemals aufgeben.” Das ist für mich persönlich einer der wichtigsten von Chögyam Trungpas vielen wichtigen Sätzen, vor allem wenn ich mit mir selbst unzufrieden oder mutlos bin.

Text: Anne von der Eltz 
Bild: Shambhala Köln & Hiltrud Endes
Blog Redakteur: Dennis Engel

Über Anne von der Eltz

1379235_10151872752984719_1036465947_nAnne von der Eltz ist 52 Jahre alt. Sie ist Übersetzerin und Sprachlehrerin und seit 1986 Mitglied beim Shambhala Buddhismus. In Schwaben geborene Tochter einer Rheinländerin und eines Berliners, fand sie zum Buddhismus in Taiwan, ohne ihn gesucht zu haben. Das Wort Buddhanatur hat sie sehr gefesselt. In Deutschland traf sie dann Chögyam Trungpa Rinpoche und es war um sie geschehen. Sie ist verheiratet mit Klaus-Peter von der Eltz und hat drei (fast) erwachsene Kinder und leitet aktuell das Shambhala Zentrum in Köln.

Inspiration für den Alltag

Von Dennis Engel / 29. August, 2016

 

Heute gibt es wieder in der Rubrik “Inspiration für den Alltag” eine kurze Textpassage von Sakyong Mipham Rinpoche mit Fragen zum Kontemplieren. Einfach mal nachspüren und schauen was es im Alltag mit uns macht.

 

Kommunikation

Ob uns Technologie gut gedient hat, erkennen wir daran, ob wir uns durch sie inspiriert, informiert oder erfreut fühlen. Die sind Zeichen dafür, das die Begegnung positiv war. Fühlen wir uns jedoch dumpf und entrückt, dann hat Technologie zweifellos unsere Sinne betäubt. Wir sind mental weniger scharfsinnig und emotional distanziert. Dann ist klar, dass wir von der Technologie benutzt werden, statt sie zu benutzen, denn sie erschöpft unsere Energie und schwächt unser Windpferd. Technologie kann Positives vorantreiben, aber sie kann auch Negativität erzeugen. Über Telefon oder E-Mail können wir andere leicht trösten, ermutigen oder mit ihnen feiern. Doch da wir uns dabei nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen, kann es auch sein, dass wir Dinge sagen oder tun, die wir normalerweise nicht sagen oder tun würden. So kann unsere Negativität durch die Auswirkung und die Macht der Technologie exponentiell zunehmen. Es kann auch sein, dass wir uns hinter dem elektronischen Medium verstecken, weil wir dann weniger exponiert sind. Auch wenn die Technologie unsere Kommunikationsmöglichkeiten erhöht hat, sind die fünf grundlegenden Parameter des Karmas immer noch gültig: eine Absicht erwecken, sich zum Handeln entscheiden, sich auf das Handeln vorbereiten, Handeln, und kein Bedauern verspüren. Wir können uns entscheiden, eine Person entweder zu entschuldigen oder zu bestrafen, und sobald der „Senden“ Button gedrückt ist, ist Karma in Gang gesetzt. Sitzen wir danach zufrieden da, ist dies ein abgeschlossenes Tun. Dieses Tun bleibt nicht ohne Folgen.

Aus: „Das Shambhala Prinzip“ von Sakyong Mipham Rinpoche  (erschienen im „Windpferd“ Verlag)

 

 

Fragen zum Kontemplieren:

Welche Absicht habe ich, wenn ich Whatsapp, E-Mail oder Facebook nutze?

Bin ich wirklich achtsam, wenn ich diese Medien nutze, oder betäube ich mich damit?

Wie fühlt es sich an, wenn ich nicht sofort auf eine E-Mail oder Whatsapp Nachricht antworte?

Kann ich in diesen Moment dann entspannen oder macht mich das nervös?

Muss ich ständig und überall erreichbar sein oder kann ich mir auch ganz bewusst “Offline” Zeit am Tag einrichten?

 

Viel Freude beim Kontemplieren und einen schönen Montag Abend,
Euer Shambhala Köln Blog

 

Text: Sakyong Mipham Rinpoche / Dennis Engel

Bild: Dennis Engel

Blog Redakteur: Dennis Engel

 

Über Dennis Engel

Dennis EngelDennis Engel ist 43 Jahre alt. Er ist Kundenbetreuer im Mobilfunkbereich und unterrichtet freiberuflich Meditation und Qi Gong. Seit 2008 ist er Mitglied bei Shambhala und durch Bücher von Pema Chödrön zum Shambhala Buddhismus gekommen. Er ist in der Kölner Shambhala Sangha als Meditationsunterweiser und Koordinator aktiv und Redakteur des Shambhala Köln Blog.

Gespräch mit Acharya David Schneider

 

David Schneider / 23.August, 2016

Heute wird im neuen Posting des Shambhala Köln Blogs eine neue Rubrik eingeführt. In regelmäßigen Abständen wird es hier Gespräche rund um das Thema “Shambhala Dharma” geben. Diesmal haben wir ein Gespräch mit Acharya David Schneider geführt, indem wir ihn zu seinem bevorstehenden Dharma Art Workshop „Shambhala Haushalt“ befragt haben.

 

1. Wie lange unterrichtest du schon Dharma Art?

Also ich unterrichte schon mindestens 20 Jahre Dharma Art. Es gibt ein offizielles Dharma Art Curriculum mit mehreren Programmstufen im Shambhala Buddhismus und ich erinnere mich daran, dass ich beim ersten Dharma Art Lehrertraining in Europa mit Steven Saitzyk in Paris 1996/97 in Paris teilgenommen habe. Ich wurde zu diesem Programm eingeladen, weil ich schon über Kunst, Dharma, Kalligraphie und solche Themen gelehrt habe. Am Ende dieses Programms bin ich ermächtigt worden, sodass ich alle Dharma Art Stufen lehren konnte. Das Curriculum von Steven Saitzyk war ziemlich kontrovers. Es gab viele Shambhala Art Lehrer wie z.b. Arawana Hayashi, Steve Clorfeine und verschiedene Leute und trotzdem ist dieses Programm geblieben und es funktioniert.
Das Programm, das ich jetzt im September unterrichte, ist nicht Teil dieses Curriculums, obwohl es Parallellen gibt. Es ist halt nur ein wenig anders, so mehr wie ein Workshop, der unabhängig ist von den Reihen dieser Dharma Art Stufen.

2. Was hat dich dazu bewegt genau dieses Programm/diese Form im September in Köln anzubieten?

Weil ich von Shambhala Köln gefragt wurde, ob ich ein Shambhala Art Programm lehren möchte. Ich werde bei diesem Programm keinen festen Tagesablauf und Zeitplan verfolgen, weil es für mich so tausendmal besser funktioniert. Es ergibt am meisten Sinn, wenn wir als Gruppe Übungen machen. Wir werden verschiedene Übungen machen und dann sprechen wir darüber und teilen, was unsere Erfahrungen dabei waren. Daraus entwickeln sich dann die Belehrungen. Die Belehrungen kommen nicht nur von mir, sondern aus den Übungen und aus der Weisheit der Gruppe.
Manche Übungen sind für mich mit den Jahren stärker geworden und haben eine tiefe Wirkung. Sie sind sehr einfach, und wir werden viel darin entdecken, weil die Dharma Art Belehrungen aus der Erfahrung des Moments kommen. Es sind tiefgründige Übungen.
Dazu habe ich noch bestimmte Objekte in den Workshop mit reingenommen. So hat Chögyam Trungpa Rinpoche seine Programme auch immer unterrichtet. Wir werden in dem Workshop relativ einfach anfangen und dann komplizierter werden. Obwohl kompliziert ist nicht das richtige Wort, es müsste besser heißen sie werden immer weiterentwickelter.
Ein anderer Teil des Workshops wird von Schreiben und Handschrift handeln. Es ist etwas, das ich selber seit Jahren mache. Ich schreibe jeden Tag Tagebuch oder besser gesagt ein Journal mit der Hand. Letztes Jahr habe ich die Übung mit dem Schreiben als so eine Art Pilot Programm in London ausprobiert. Wir haben einen Morgen geschrieben und es war sehr leicht, und die Leute haben das sehr gemocht. Da habe ich gemerkt, dass ein Morgen nicht ausreicht. Wir hätten noch länger schreiben und auch mehr darüber diskutieren können. Es wurde nur geschrieben, und wir hatten keine Zeit das Geschriebene vorzulesen. Ich habe das mit dem Schreiben dann noch mal im Juni bei einem Programm in Kalifornien ausprobiert und es war auch sehr reich an Erfahrungen. Es gab dabei viele interessante Dinge, die wir entdeckt haben und die Leute wollten mehr. Und so ist in mir die Idee entstanden, dass wir dieser Schreibübung einen ganzen Tag widmen können.
Diese Art und Weise etwas mit der Hand zu schreiben, geht ja langsam verloren. Fast keiner schreibt mehr mit der Hand. Die jungen Leute aber auch die Erwachsenden „texten“ nur noch über das Smartphone oder den Computer. Das ist ein Verlust, denn die Handschrift ist eine 1000 Jahre alte Kunst. Und wenn etwas so schnell verschwindet, ohne dass wir schauen was wir dadurch verlieren, ist das sehr schade. In anderen Kulturen wie z. B. in Asien oder auch im Allgemeinen ist das Schreiben mit der Hand verbunden mit dem Charakter eines Menschen. Man kann also an der Handschrift sehen, wie sich jemand verhält oder benimmt. Und wenn wir das ohne darüber nachzudenken einfach wegschmeißen, ist das wirklich sehr schade.

3. Was begeistert dich persönlich an Dharma Art?

Da gibt es ganz Verschiedenes. Ich war selber Kalligraf und habe auch immer versucht Schriftsteller zu sein. Die letzte große Welle oder Bewegung von Chögyam Trungpa Rinpoche waren seine Dharma Art Belehrungen. Er hat Kunstinstallationen gemacht. Eigentlich weiß ich  nicht genau, ob es das Letzte war was er gemacht hat. Aber vor Publikum war es das Letzte, am Ende seines Lebens, dass er Dharma Art Installationen präsentiert hat. Ich fand sie sehr interessant, weil das eine große Art und Weise war, eine Atmosphäre zu kreieren, wo Dharma von alleine zu spüren ist. Wenn Trunpga Rinpoche gefragt wurde, warum wir Dharma Art machen, hat er gesagt: „Mit Dharma Art schaffen wir erleuchtete Gesellschaft.“

4. Hattest du mit Chögyam Trungpa Rinpoche oder mit Sakyong Mipham Rinpoche ein gemeinsames Dharma Art Erlebnis?  

Ich habe Dharma Art Programme mit Sakyong Mipham Rinpoche zusammen gemacht und von Chögyam Trungpa Rinpoche Aufzeichnungen gesehen über Dharma Art und Kado. Trungpa Rinpoche hat mehrere Theaterstücke geschrieben, wovon ich mir eins in den USA angeschaut habe. Das Stück handelte vom Herz-Sutra und ich saß dabei im Publikum. Mit Sakyong Rinpoche habe ich mal bei einem Theaterstück mitgemacht, das er geschrieben hat. In diesem Stück spielte ich einen Mönch, was sehr lustig war.

5. Würdest du sagen, dass Dharma Art und Kunst mit dem Shambhala Buddhismus sehr in Zusammenhang stehen?

Ja auf jeden Fall. Es geht um die Sinneswahrnehmungen, die Teil unseres Geistes sind. Das ist Abhidharma, das ist die buddhistische Sichtweise von Geist. Wenn man meditiert, sind die Sinneswahrnehmungen ja auch da. Daher hat jede  buddhistische Schule auch bestimmte Entscheidungen getroffen: Farben für die Roben, Farben für die Kissen, Temperatur für den Schreinraum, was für Räucherstäbchen oder keine Räucherstäbchen oder so was. Diese vielen kleinen Entscheidungen für die Sinneswahrnehmungen in einem Kloster oder auch in unserem Alltag gehören eigentlich zu Dharma Art.
Daher bestimmt Dharma Art viele Dinge: Warum sind unsere Zafus nicht mehr rot und gelb? Warum sind unsere Kissen nicht schwarz und rund? Warum tragen wir keine Roben? Was haben wir für Thangkas? Was haben wir für Banner an der Wand? Genau das ist die Frage von Kunst. Die Art und Weise wie man einen Raum einrichtet und wie und warum man Entscheidungen trifft, das ist Kunst.
Die Installationen, die Trungpa Rinpoche gezeigt hat, das waren Beispiele von Zimmern bzw. Räumen, die beeinflusst waren von kontemplativer Kunst. Was machen wir mit unseren Wohnungen? Wie richten wir diese ein? Darum gibt Sakyong Mipham Rinpoche auch viele Belehrungen über Haushalt und wie wir diesen gestalten.

 

(Das Interview für den Shambhala Köln Blog führte Dennis Engel mit Acharya David Schneider)

 

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Der kommende Workshop: “Dharma Art – Shambhala Haushalt”
Datum:             Freitag, 30. September 2016 (19:00 -21:30) – Sonntag, 2. Oktober 2016 (09:00 -16:00)
Ort:                    Shambhala Zentrum in Köln
Anmeldung:    Über die Website möglich

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Interview: David Schneider / Dennis Engel

Bild: Friederich Mayer

Blog Redakteur: Dennis Engel

Über Acharya David Schneider

 

David_SchneiderDavid Schneider ist geboren in Louisville/Kentucky, begann 1971 unter der Leitung von Shunryu Suzuki Roshi und Richard Baker Roshi Zen zu studieren. 1985 wurde er Schüler von Trungpa Rinpoche. Sakyong Mipham Rinpoche bat ihn 1995 den weiteren Aufbau von Shambhala Europa zu unterstützen. Er hat viel für den Wandel und Aufbau von Shambhala Europa bewirkt, z. B. den Umzug der Administration von Marburg nach Köln. Acharya Schneider studierte Kalligraphie, stellt auf Kunstausstellungen aus und lässt dies zum Bestandteil von Shambhala Art Programmen werden. Er ist Vater einer Tochter, lebt in Köln und ist Autor mehrerer Bücher.

 

Inspiration für den Alltag

Von Dennis Engel / 14. August, 2016
Mit “Inspiration für den Alltag” startet im Shambhala Köln Blog heute eine weitere Rubrik. In regelmäßigen Abständen gibt es hier kurze Textpassagen von Sakyong Mipham Rinpoche, Chögyam Trungpa Rinpoche oder Pema Chödrön mit Fragen zum kontemplieren, um so tieferen Kontakt zur Bedeutung der Texte und interessante Anregungen für den Alltag zu bekommen.

 

Chaos ist ein gutes Zeichen

Wenn mein Vater (Chögyam Trungpa Rinpoche) sagt, Chaos sei ein gutes Zeichen, dann betonte er damit die Möglichkeit, dass dieses Zeitalter der Verwirrung und der Turbulenzen der Menschheit eine noch nie dagewesene Chance bietet, im Alltag Mut zu beweisen. Wenn die Dinge sich zuspitzen, ist dies eine Gelegenheit dafür, dass sich Veränderungen ereignen. Doch wir müssen die Gelegenheit wahrnehmen. Wir können nicht einfach abwarten und darauf hoffen, dass jemand anders es für uns tun wird. Die moderne Chaostheorie besagt, dass selbst eine geringfügige Verschiebung das langfristige Verhalten eines Systems dramatisch verändern kann. Ein Gedanke, ein Wort, eine Person kann etwas verändern. Statt uns überwältigt, ernüchtert und besiegt zu fühlen, können wir inmitten des Chaos die Initiative übernehmen, indem wir aufmerksam sind. Viele Menschen kultivieren diese Gewohnheit bereits, indem sie Meditation üben. Weil wir mithilfe von Achtsamkeit – der Fähigkeit, unser Leben von Moment zu Moment zu würdigen – Zugang zu unserem eigenen Bewusstsein gewinnen können, ist es uns möglich, die Verbindung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt und damit der Natur selbst zu sehen. Dann können wir die Verwirrung aufhellen, indem wir über unser Dasein auf dieser Erde nachdenken.

Aus: „Das Shambhala Prinzip“ von Sakyong Mipham Rinpoche  (erschienen im „Windpferd“ Verlag)

 

Fragen zum Kontemplieren:

Bin ich gerade achtsam ? Was fühle ich gerade in diesem Moment ? Nehme ich die Umgebung um mich herum wahr ? Wenn ich achtsamer wäre, hätte das eine Auswirkung auf meine Umgebung, meine Mitmenschen ? Was kann ich tun, um achtsamer zu sein ?

 

Viel Freude beim Kontemplieren und einen schönen Sonntag,
Euer Shambhala Köln Blog

 

Text: Sakyong Mipham Rinpoche / Dennis Engel

Bild: www.pixabay.com 

Blog Redakteur: Dennis Engel

Über Dennis Engel

Dennis EngelDennis Engel ist 42 Jahre alt. Er ist Kundenbetreuer im Mobilfunkbereich und unterrichtet freiberuflich Meditation und Qi Gong. Seit 2008 ist er Mitglied bei Shambhala und durch Bücher von Pema Chödrön zum Shambhala Buddhismus gekommen. Er ist in der Kölner Shambhala Sangha als Meditationsunterweiser und Koordinator aktiv und Redakteur des Shambhala Köln Blog.

Shambhala und Gesellschaft

Von Theo Düttmann / 7. August, 2016

 

Mit der Serie “Shambhala und Gesellschaft” startet Shambhala Köln heute seinen Blog. In dieser Serie werden in regelmäßigen Abständen Mitglieder aus der Shambhala Köln Sangha, ihre ganz persönlichen Gedanken veröffentlichen, wie sie den Shambhala Buddhismus mit der heutigen Gesellschaft und ihrem Alltag verbinden.

Heute schreibt Theo Düttmann dazu:

Mit der Idee , über Gesellschaft und Shambhala zu schreiben, komme ich schnell in die Erinnerung meiner Studentenzeit in Berlin. In den 80er Jahren hatten wir fast nur ein Thema: “Gesellschaft(skritik)”. Viele Shambhala-Lehrerinnen und Lehrer schwärmen noch heute von dieser Zeit als sie noch in direktem Kontakt mit Chögyam Trungpa standen und für das gesamte Leben geprägt wurden. So haben sie schon damals den spirituellen Weg beschritten während ich noch auf Demos in Berlin unterwegs war. Oft habe ich ein bisschen neidisch auf deren Erlebnisse mit Chögyam Trungpa geblickt und staunend deren Erzählungen gelauscht.

Jetzt kehrt das Thema “Gesellschaft” für mich auf dem spirituellen Pfad zurück. Meditation, Erkenntnis waren die erste Motivation. Jetzt also “Erleuchtete Gesellschaft”. Ich höre es und gleichzeitig reflektiere ich “Neoliberale Gesellschaft”. Die Vision einer achtsamen, mitfühlenden Gesellschaft auf der einen Seite und die Realität einer entfesselten, markt-enthemmten Gesellschaft. Ich persönlich fühle mich in der Gesellschaft von Shambhala wohl. Ich weiß, es ist die Welt in einer Welt, Refugium, Ort des Probierens, der Praxis. Ob sie ausstrahlen kann auf die Welt des Geldes, der Banken, der dauernden Effizienzsteigerung und permanenten Erreichbarkeit? Ich bin skeptisch. Aber dass sie strahlt, das steht außer Frage. Es ist das Strahlen der Großen Östlichen Sonne…

Text: Theo Düttmann
Bild: Shambhala Köln & Theo Düttmann
Blog Redakteur: Dennis Engel

 Über Theo Düttmann

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Theo Düttmann ist 55 Jahre alt. Er ist Journalist und seit 2009 Mitglied bei Shambhala Köln. Er ist über die Körperarbeit (Yoga) zur Meditation gekommen. Der Shambhala Buddhismus hat ihm im Vergleich zu anderen buddhistischen Richtungen am besten gefallen – anfangs wegen der Strukturiertheit des Studiums- und Praxisweges, dann weil er viele Freundschaften in der Gemeinschaft schließen konnte. Er ist Teilnehmer in der Lehrergruppe und war als Helfer, Koordinator bei Programmen in Köln tätig.